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Allgemein · Sportregion

Von der Asche in die Welt

2. November 2018

Gemeinsam mit 80 Millionen Bundestrainern regte ich mich im Sommer darüber auf, dass Joachim Löw Leroy Sané zuhause ließ. Außerdem ist die klare öffentliche Meinung, dass sich der Profifußball immer stärker von den Fans distanziert. Hohe Eintrittspreise, wenig Mitbestimmung, geringe Transparenz. Ein Verein aus dem Ruhrgebiet, dem Herzen des deutschen Fußballs, hat einen Gegenentwurf zu all diesen Entwicklungen auf den Weg gebracht. Die Rede ist vom TC Freisenbruch von 1902 e.V., einem Kreisligisten aus Essen.

 

DAS MUSS DU ERLEBT HABEN
Nach Jahren der Tristesse entschied man sich beim TC Freisenbruch für einen radikalen Umbruch: einen digitalen Umbruch. Wie dieser genau aussieht, schaut ihr euch am besten selber an. Auf www.dein-fussball.club könnt ihr die totale Mitbestimmung und Transparenz drei Monate kostenlos testen. Registriert euch und gebt abschließend auf der Bezahlseite den Gutscheincode „Oldenburg“ ein. Viel Spaß und lasst die Stadionwurst nicht zu teuer werden!

 

NEUER WEG KONSEQUENT UMGESETZT
Die Online-Anwendung ist das Ergebnis eines zweijährigen Entwicklungsprozesses. Von einem existenzbedrohten Verein hat man sich zu einem Kreisligisten mit einer medialen Aufmerksamkeit auf Dritt- oder Viertliganiveau entwickelt. „Die Idee ist keine ganz neue“, sagt Gerrit Kremer, Vorstand des TC Freisenbruch im Interview. „In England und auch in Köln gab es vor einigen Jahren schon ähnliche Versuche. Was uns jedoch auszeichnet und warum es hier zu funktionieren scheint, ist die konsequente Umsetzung. Die Manager bleiben am Ball, weil alle getroffenen Entscheidungen wirklich in der Realität umgesetzt werden und sie dadurch direkten Einfluss haben und mitgestalten können.

 

IM HÜRDENLAUF ÜBER 1000 WENN UND ABER
„Ursprünglich wollten wir alles über den Verein laufen lassen und die Satzung anpassen. Doch davon hat man uns abgeraten, weil die Gefahr bestand, dass der Verein durch die Aktion die Gemeinnützigkeit verliert“, so Kremer. „So ist aus dem Verein dieses große Modell entstanden, das letztendlich aber in eine Unternehmergesellschaft ausgegliedert wurde.“ Eine Ausgliederung wie Sie im Profisport häufig vorkommt, um einen kommerziellen Spielbetrieb vom restlichen Verein abzugrenzen.

 

SEIT DER SAISON 2016/17 GEHT ES BERGAUF
Trotz der Ausgliederung konnten direkte Effekte im Verein festgestellt werden: die Anzahl der Vereinsmitglieder hat sich positiv entwickelt, obwohl die Onlinemanager nicht gleichzeitig Vereinsmitglieder sein müssen. Durch die hohe mediale Aufmerksamkeit ist der Verein interessant für Übungsleiter und Sponsoren geworden. Der Etat hat sich vervierfacht. Die Menschen im Verein sind stolz und brennen für das Projekt, so dass es sehr viele ehrenamtliche Helfer gibt. Die Vielzahl an Interviews und Analysen kann nicht hauptsächlich durch Ehrenamtliche geleistet werden, sodass Hauptamtliche, die aus Projektmitteln bezahlt werden, diese unterstützen. Einen weiteren positiven Effekt beschreibt Gerrit Kremer so: „Ich kann mir endlich wieder in Ruhe ein Fußballspiel von uns anschauen, ohne mich für Entscheidungen, Preise oder sonstigsten Dingen rechtfertigen zu müssen. Die, die früher am Platz gemeckert haben, entscheiden heute selber mit.“

 

FINDET EURE POTENTIALE UND RESSOURCEN!
Versteht mich bitte nicht falsch: es geht hier nicht darum, den TC Freisenbruch als Best Practice Beispiel in Sachen Digitalisierung zu nennen und gleichzeitig den Rat zu geben, dass ihr digitaler werden sollt. Viel mehr ist die Geschichte ein Beispiel dafür, wie viel Potential und ungeahnte Ressourcen in jedem Verein stecken. Diese Ressourcen gilt es zu finden: In Freisenbruch ist es ein digitalaffiner Vorstand, der den Mut hatte einen neuen Weg zu gehen. Ein weiterer schöner Zufall ist, dass der Freisenbrucher Ascheplatz in mitten eines Knotenpunktes der Telekom liegt und so perfekte Bedingungen herrschen, um die Spiele live und zuverlässig ins Internet zu streamen. Denn die Manager wollen natürlich wissen, ob wirklich so gespielt wird, wie sie abgestimmt haben.

 

LASST DIE ZÜGEL LOS
Die Komfortzone verlassen, Mitbestimmung vereinfachen und so das Vereinsleben wieder aufleben lassen. Gerrit Kremer ist sich sicher: „Dass Mitglieder und Fans in Entscheidungsprozesse mit eingebunden werden, sollte die Regel werden. Egal ob Profi- oder Breitensport.“ Es gibt Tag für Tag, Woche für Woche und Saison für Saison Entscheidungen, die gemeinsam getroffen werden können. Dies schafft Verbundenheit und weckt Motivation.

 

Startet also mutig ins Wochenende!

Vamos! Euer Hergen

 

 

PS: Nächste Woche schnacke ich über eine Trendsportart mit rundem Netz und kleinem Gummiball, die wir viel mehr im Norden sehen sollten 🙂

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h.froehlich@sportregion-aow.de

Bildquelle: TC Freisenbruch. Vielen Dank an dieser Stelle.

 

 

Hergen Fröhlich

Alles neu macht der Herbst!
Ein Trendsport für Vereine!